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Pressespiegel:

Grüne Welle
Donnerstag ist Veggietag -wie schwierig es ist, die Deutschen für
fleischloses Essen zu begeistern

Mittagszeit in der "Kiezküche Waldenser" in Moabit: Zwei Drittel der
Restaurantplätze sind besetzt, Kellner mit schwarzen Schürzen beeilen sich,
Sellerieschnitzel, Weißbiersuppe und Kartoffelgulasch an die weiß gedeckten Tische
zu tragen. An diesem Donnerstag stehen vegetarische Gerichte auf der Speisekarte
des Ausbildungsbetriebes. Den Gästen scheint es zu schmecken. Ein Plakat an der
Wand zeigt einen verzweifelt dreinschauenden Eisbären auf einer viel zu kleinen
Scholle. Darüber eine Sprechblase: "Puuh, zum Glück ist Veggietag".

Jeden Donnerstag auf Fleisch verzichten -das ist die Idee des "Veggiedays", den der
Vegetarierbund Deutschland angestoßen hat. Ein Kilogramm Rindersteak
verursacht 13000 Gramm Treibhausgase -ein Kilo Gemüse nur 150 Gramm,
rechnen die überzeugten Fleischverzichter vor. Jeder Deutsche esse in seinem
Leben 1094 Tiere. Fische und andere Meerestiere noch nicht eingerechnet. Eine
Menge, die unser Klima auf Dauer nicht verkraftet.

Seit Anfang des Jahres hat der Verein die Bürgermeister der hundert größten
Städte in Deutschland angeschrieben und für die Einführung des "Veggiedays"
geworben. Die Bilanz: Lediglich acht Städte nehmen bisher offiziell teil. Berlin hatte
sich im August entschlossen, den vegetarischen Wochentag probeweise in den
Ausbildungsbetrieben "Kiezküche" einzuführen. Ernüchternde Bilanz: Von acht
Kiezküchen machen lediglich zwei weiter. "Alle anderen haben nun donnerstags
schlicht mehr Gemüse- als Fleischgerichte auf der Karte", sagt der Referent Olliver Karth.


Eine Kundenbefragung begleitete den Testlauf. Viele Gäste fanden die Idee
grundsätzlich gut, fühlten sich allerdings gegängelt, weil sie nicht mehr zwischen
Fleisch oder Gemüse wählen durften. "Auf die Frage, ob der Tag fortgeführt werden
sollte, wurde an sechs Standorten mehrheitlich mit ‚Nein' geantwortet." In einigen
Kantinen seien durch den Test Stammkunden verprellt worden. Sogar in der
Kiezküche "Orania" in Kreuzberg, in der auch die Mitarbeiter der Senatsverwaltung
für Umwelt speisen, resümierten zwei von drei Besuchern: "Ein vegetarischer Tag
ist nichts für mich!" Und das, obwohl deren Chefin, Gesundheitssenatorin Katrin


Lompscher, die Schirmherrschaft für den "Veggieday" übernommen hatte.
Außerdem wollte die Senatorin eigentlich noch weitere Teilnehmer für das Projekt
gewinnen. "Es gab aber nicht so viele Rückmeldungen, wie wir erhofft hatten", sagt
ihre Sprecherin Regina Kneiding. Wie viele Kantinen sich derzeit konkret beteiligen,
und ob auch große Unternehmen mitmachen, möchte sie nicht sagen. Stattdessen
verweist sie auf einen "Runden Tisch" mit Berliner Gastronomen, in dem die
Gesundheitssenatorin das Thema weiter vorantreiben wolle. Wie oft sich dieser
trifft -auch hierzu keine Auskunft.


Beim Hotel- und Gaststättenverband Berlin (Dehoga) befürchten die meisten
Mitglieder, dass der "Veggieday" nicht nur dem Fleisch, sondern auch gleich dem
Umsatz den Garaus macht. "Eine ganz fleischfreie Karte an einem Tag ist für einen
normalen Betrieb wirtschaftlich nicht möglich", meint Vize-Präsident Klaus-Dieter
Richter. Gastronomen sorgten sich, dass ihre Gäste dann ins nächste Steak-House
abwandern. Die Idee findet Richter gut, da der "Veggieday" nicht nur fleischfreie
Kost propagiere, sondern auch für regionale und saisonale Zutaten werbe. Zudem
würden Köche längst nicht mehr ausschließlich Tofu kredenzen, "da gibt es sehr
viele kreative Gerichte", sagt Richter.

Die Bedenken in der Hauptstadt verwundern, denn in Bremen läuft der
"Veggieday" mit mehr als 25 beteiligten Institutionen und Unternehmen überaus
erfolgreich. Auch Metropolen wie São Paulo oder Kapstadt machen vor, wie es
klappen könnte. Starke PR-Partner und Prominente, wie Paul McCartney in
Großbritannien, geben der Kampagne ein Gesicht. Dergleichen ist für Berlin derzeit
nicht geplant.

Zumindest in Spandau will Klaus-Dieter Richter in seinem Restaurant "Kolk" den
fleischfreien Tag ab Januar einführen und den "Veggieday" für Berlin weiter
vorantreiben. Um Umsatzrückgänge zu vermeiden, müsse man die Gäste aber für
die Aktion begeistern, statt sie zu bevormunden. Er ist überzeugt: Wenn das
gelänge, würden sicherlich mehr Betriebe mitmachen.

Fleischlos glücklich
Rund 18 Prozent der treibhauswirksamen Gase verursacht der Fleischkonsum im
Jahr -und damit mehr als der weltweite Verkehrssektor zusammengerechnet, wie
eine Studie der Vereinten Nationen ergeben hat. Würde jeder Deutsche nur einmal
pro Woche auf Fleisch verzichten, könnten so jährlich Klimagase von 6 Millionen
Autos eingespart werden.
1,2 Kilogramm Fleisch konsumiert jeder Bundesbürger pro Woche. Die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal die Hälfte. Übermäßiger
Fleischkonsum kann nachweislich zu Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Diabetes und Krebs führen.

(Berliner Zeitung, 05.01.2011, Text: Jörg Oberwittler)


Job Destination Airport
Am 12. April beginnt das Projekt "Job Destination Airport". Bewerben
können sich dafür erwerbslose junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren. Die
sechsmonatige Qualifizierung ist kostenlos und beinhaltet unter anderem zehn
Wochen Auslandspraktikum in Marseille, ein Sprachtraining und ein
Bewerbungscoaching. Die Maßnahme soll junge Menschen qualifizieren, auf einem
Arbeitsplatz im internationalen Umfeld -wie es beispielsweise der künftige
Flughafen "Berlin Brandenburg International" sein wird -professionell zu arbeiten.
"Job Destination Airport" ist eine Kooperation des Bildungsmarkt e.V., des
Internationalen Bundes Berlin und der u.bus -Gesellschaft für regionale
Entwicklung und europäisches Projektmanagement GmbH. (rfd.)

(Berliner Zeitung, 20.03.2010)


Lecker speisen zu moderaten Preisen
Im "Orania" kochen Auszubildende

Diesmal kann ich euch einen absoluten Geheimtipp offerieren. [...] Mein
Gesamteindruck ist also sehr gut, insbesondere, wenn man bedenkt, dass das
»Orania« von Auszubildenden der Kiezküchen-Ausbildungs gGmbH betrieben wird.
[...] Der Clou des Ganzen ist aber, dass es dort auch eine hauseigene Bäckerei
gibt, bei der man vom Brötchen und Brot bis hin zum Blechkuchen alles
bestellen kann [...] Also nichts wie hin, und sich den Bauch vollschlagen.
Kantine/Restaurant »Orania«, Oranienstraße 106.
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(Kiez und Kneipe, Januar 2010, www.kiezundkneipe.de)


Werbung für die Hauswirtschaft
Jährlich gibt es rund 500.000 neue Ausbildungsverhältnisse in Deutschland, davon
nur 0,74 Prozent in der Hauswirtschaft! Das soll sich jetzt ändern.
"Hauswirtschaftsmanagement Berlin" heißt ein neues Ausbildungsstrukturprogramm,
das die Ausbildungssituation in der Hauswirtschaft nicht nur in der Hauptstadt,
sondern bundesweit erheblich verbessern will. [...]

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(rhw praxis 3/2009, S. 6 ff., Autorin: Alexandra Höß, erschienen: Sept. 09,
Link zu rhw praxis)


Kiezküchen bilden Hauswirtschafter aus
Ausbildung bringt Zukunft! Getreu diesem Motto hat die Kiezküchen gGmbH in
Berlin in 20 Jahren schätzungsweise 4.000 jungen Menschen die Erstausbildung
ermöglicht. Vorwiegend handelt es sich um sozial benachteiligte Menschen,
die auf dem normalen Arbeitsmarkt kaum eine Chance gehabt hätten.
Erfreuliches Ergebnis: Zirka 70 bis 80 Prozent der Azubis gehen nach eigenen
Angaben direkt nach ihrer Ausbildung ein Anstellungsverhältnis ein.

Die Kiezküchen gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des Bildungsmarkt e. V. in
Berlin. Dieser kümmert sich seit 1986 um die berufliche Bildung junger Menschen
und bietet soziale Dienstleistungen an. Die Angebote richten sich vorwiegend
an Menschen, die anstreben, ihre berufliche Situation zu verbessern.

Anfänge im Pferdebahnhof
Angefangen hat alles im Jahr 1989 in der Waldenserstraße in Moabit. Moabit
unterteilt sich in verschiedene Kieze (überschaubare, kleine Stadtbereiche) –
deshalb auch der Name Kiezküchen. Wo früher Pferde beherbergt waren, die
die Straßenbahnen durch die Stadt zogen, entstand das erste Restaurant. [...]

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(rhw praxis 3/2009, S. 10 ff., Autorin: Valeska Kirchner, erschienen: Sept. 09,
Link zu rhw praxis)


cantina - exzellent
Das Restaurant des Ausbildungsbetriebs ist erstklassig. Freundlicher Service, die
vier schmackhaften Hauptgerichte lassen sich mit diversen Beilagen kombinieren.
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(Berliner Morgenpost, 29.11.2008)


SPOK
Ob die Zwerge Tennis, Fußball und Schwimmen lernen oder einfach nur mit den
Freunden und Freundinnen den Bolzplatz stürmen wollen – im Spok ist für alle
Platz. Geduldige Eltern können ihren Kindern auch auf einem angemieteten Platz
Badminton beibringen und sich nach dam hundertzwanzigsten Netzball mit einem
Essen im Spok-Ausbildungsrestaurant „Break“ belohnen.

(zitty-Booklet Kinder, 2008)


„Ein Koch muss die Welt gesehen haben“
Die Berliner kiezküchen bilden auch im Ausland aus

In den Berliner kiezküchen werden benachteiligte Jugendliche zu Euro-
Gastronomen ausgebildet. Sie haben dann gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Mehr als 70 Prozent haben bisher nach der Ausbildung eine Stelle gefunden.
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(Autor: Matthias Rühl, Der Paritätische, März 2008)


Training für den Berufsalltag
Auftakt für das Wettbewerbsjahr der Köche in Berlin und Brandenbrug war
wiederum der Ausscheid um den Jugend-Creativ-Pokal. Zum siebten Mal
ausgeschrieben und durchgeführt vom Verein der Köche der Hauptstadt Berlin und
Unilever Foodsolutions, traten die Teilnehmer, Azubis des dritten Lehrjahres,
diesmal in der „alten mensa“, der jüngsten Einrichtung der kiezküchen ausbildungs
ggmbh, zum Wettstreit an. [...]

(hogaspiegel, März 2008)


Jedem eine zweite Chance
Im neuen Casino Bethanien wird ausgebildet und dabei richtig gut gekocht

Die Gäste sollen nicht merken, dass das Casino Bethanien ein
Ausbildungsrestaurant ist, das ist der Anspruch. Sie sollen wegen des guten Essens
kommen – gesunde Naturküche aus frischen, vorwiegend saisonalen Zutaten – und
wegen der gemütlichen Kaffeehaus-Atmosphäre. [...]
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(Autorin: Julia Schoon, zitty Nr. 21 – Oktober – 2007)


Mit Rat und Tat für die Weiße Stadt
Nachbarschaftszentrum in der Aroser Allee 150 wurde eröffnet

Reinickendorf. Etwa 1.000 Haushalte hat die Weiße Stadt rund um die Aroser Allee. Gut die Hälfte
der Bewohner gehöre der Altersgruppe ab 50 Jahre aufwärts an, sagt Henryk Tabaczynski,
Sprecher der GEHAG. Viele bedürften der Hilfe bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben.
Deshalb eröffnete das Wohnungsbauunternehmen am Montag vergangener Woche das
Nachbarschaftszentrum in der Aroser Allee 150. […]

Angeboten wird ein so genannter Mobilitätshilfsdienst, der die Begleitung beim Einkaufen, beim
Gang zu Ärzten sowie Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen beinhaltet. Dieser Dienst ist kostenlos für
Bedürftige, Mobilitätseingeschränkte, Behinderte, Senioren, Schulklassen und Kitas. Er umfasst
auch die so genannte Treppenhilfe, jedoch nur für betreuungsbedürftige, nicht pflegebedürftige
Menschen. […]
Das Personal in der Weißen Stadt stellt der Träger für Beschäftigung, Integration und Qualifizierung
BIQ. […]

(Berliner Abendblatt, Ausgabe Reinickendorf vom 17.10. 2007)


Neues Projekt zur Berufswahl von Schülern
Lichtenberg. "ImBilde" heißt eine neue Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit, die gestern vom
Bezirksamt Lichtenberg und der Agentur für Arbeit Mitte besiegelt wurde. Es ist ein Berliner
Pilotprojekt bis 2012. Jugendstadtrat Michael Räßler-Wolff (Linke): "Durch individuelle, dreijährige
Berufsberatung in Schulen soll höhere Treffsicherheit bei der Berufswahl erreicht und so das
Abbruchrisiko bei der Ausbildung verringert werden." Vorerst sind speziell neun Real-, Gesamt-,
Haupt- und Sonderschulen beteiligt.

Der erste Durchgang des Projektes beginnt am 1. September mit 270 Schülern der achten Klassen
dieser Schulen. Er endet mit Abschluss der 10. Klasse. Jeweils 2008 und 2009 starten weitere
Durchgänge. Jugendamtsleiter Rainer-Maria Fritsch sagt: "In einem Berufswahlpass werden
erstmals drei Jahre lang alle individuellen sozialpädagogischen Beratungsprozesse, die
persönlichen Orientierungen und Stärken des jeweiligen Jugendlichen dokumentiert." Mit dieser
Transparenz erhöhten sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz, Betriebe könnten leichter
Entscheidungen bei der Auswahl treffen.

Die praktische Umsetzung erfolgt durch einen Trägerverbund von acht Einrichtungen. Das Projekt
kostet jährlich 100 000 Euro. 51 Prozent steuert der Bezirk, 49 Prozent die Arbeitsagentur bei.

(Berliner Morgenpost vom 14. August 2007)


Kaffee im Garten
Angehende Floristen verkaufen „Lehrstücke“

Echte Birkenstämme im Schaufenster, jahreszeitlich kombiniert mit strahlend
frischen Blumen: Natürlich-rustikal präsentiert sich der KaffeeGarten in der
Hellersdorfer Promenade 23. [...]
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(Die Hellersdorfer, Juli 2007)


Fit für den Beruf und fit für Europa
Kiezküchen erleichtern Jugendlichen den Einstieg ins Gastgewerbe /
Vermittlungsquote liegt bei mehr als 70 Prozent

BERLIN. Beste Karrierechancen im Gastgewerbe haben benachteiligte Jugendliche nach einem
Berufstraining in einer der 14 Berliner Kiezküchen. Durch zusätzliche Qualifizierungsmodule wie
Fachenglisch und mehrwöchige Auslandspraktika erwerben die künftigen Fachleute darüber hinaus
interkulturelle Kompetenzen. Mit einer überdurchschnittlich hohen Vermittlungsquote von 71
Prozent kann beispielsweise das Restaurant Cantina im Stadtteil Prenzlauer Berg eine erfolgreiche
Arbeit bilanzieren. Derzeit bereiten sich 65 junge Leute auf eine Tätigkeit als Köche,
Restaurantfachleute oder Fachkräfte im Gastgewerbe vor. Zur Motivation der Jugendlichen tragen
zudem die hier regelmäßig veranstalteten saisonalen und ländertypischen Aktionswochen bei. Erst
jüngst hat hier eine gesundheitsfördernde Fitness-Woche stattgefunden.

Praktika im Ausland
„Eine ausgewogene Ernährung steigert das körperliche Wohlbefinden und verbessert die
Konzentrationsfähigkeit“, verspricht der Werbeflyer den täglich etwa rund 300 Mittagsgästen.
Außer der schmackhaften kalorienreduzierten und ballastreichen Kost sowie viel Obst und Gemüse
genießen die Gäste auch die Atmosphäre im Ausbildungsrestaurant Cantina. Dabei hatten die hier
tätigen Jugendlichen wegen ihrer Bildungsmängel zunächst keine guten Startbedingungen. Erfolg,
Anerkennung und Bestätigung erfahren sie oftmals erst in den Kiezküchenausbildungsstätten. Da
konventionelle Unterrichtsmethoden wenig Erfolg versprechen, sind die elf Lehrkräfte auf eine
praxisbetonte Benachteiligtenförderung spezialisiert. Im Vordergrund steht eine fachlich fundierte
und praxisbetonte Wissensvermittlung in kleinen Gruppen. Insbesondere die zwei bis drei
achtwöchigen Auslandspraktika haben sich in mehrfacher Hinsicht bewährt. Die Aufenthalte in
Frankreich, Italien, Belgien oder Großbritannien verhelfen den Jugendlichen zu mehr sozialer und
sprachlicher Kompetenz. Die vor Ort erworbenen Spezialkenntnisse in der landestypischen Küche
und im Service erleichterten ihnen zudem den methodische Zugang zu Lerninhalten. Das
Modellprojekt „Eurogastronomen“ wird von der Agentur für Arbeit und aus Mitteln des EU-
Programms Leonardo da Vinci finanziert. Von 2002 bis heute starteten insgesamt mehr als 120
Jugendliche in fünf Durchgängen ihre internationale Berufsausbildung. Ein Drittel davon sind
Frauen. „Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Mädchen für den Kochberuf interessieren“, sagt
Küchenleiter Detlev de Fries. [...] vollständigen Artikel anzeigen

(Autorin: Marion Schlag - Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung vom 30. Juni 2007)


Kulinarisch gesehen gut
[...] Seit zwei Jahren versorgt das Ausbildungsrestaurant »Orania« die 800 Angestellten der Senatsverwaltungen für Gesundheit, Arbeit und Soziales in der Oranienstraße. 75 Mitarbeiter, davon 42 Azubis, kochen – tres bien – richtig lecker. Zum Beispiel gestern: gebratenes Wildlachsfilet an Zitronensoße mit Blattspinat und Dillkartoffeln oder gefüllte Kartoffeltaschen mit Frischkäse an Salatgarnitur mit Balsamicodressing. All das und noch mehr zwischen 2,30 und 4,20 Euro. Geheimtipp: Das Restaurant ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

(von Anke Engelmann - Neues Deutschland vom 13. Januar 2007)


Meine Top Five ...
… diesmal von Hannes Fallenstein, der die besten Kantinen Berlins gesucht und gefunden hat ...

[...]
5. Kantine Cosmos. Hier vergisst man die Zeit bei gutbürgerlicher bis mediterraner Küche. Mitte, Tucholskystraße 11,
Mo – Fr Mittag ab 11.30 Uhr.

(zitty 01/2007 vom 3. Januar 2007, S. 33)


Ausbildung in 30 Berufen. Der Verein Bildungsmarkt feierte 20-jähriges Jubiläum
Sein 20-jähriges Bestehen konnte der Verein Bildungsmarkt vor wenigen Tagen in seinem Ausbildungsrestaurant „Schönholzer Heide“ an der Heinrich-Mann-Straße 31 im Beisein von Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Die Linke.PDS) begehen.

Das Ausbildungsrestaurant ist eines von insgesamt 22 Einrichtungen in ganz Berlin, deren Träger der Bildungsmarkt e.V . ist. An der Schönholzer Heide werden junge Leute, die auf dem freien Arbeitsmarkt keine Stelle fanden, zu Fachkräften im Gastgewerbe, zu Köchen und zu Hauswirtschaftern ausgebildet. Insgesamt 95 junge Leute sind es zurzeit, in allen Einrichtungen des Bildungsmarktes sind es 3000 Projektteilnehmer, die von 400 Mitarbeitern geschult und betreut werden.

„Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Erstausbildung in mehr als 30 Berufen, die Arbeitsvermittlung, Weiterbildung und Beschäftigungsmaßnahmen“, berichtet Hans-Peter Eich, der geschäftsführende Vorstand vom Bildungsmarkt e. V. Dieser wurde zwar vor 20 Jahren in Moabit von sechs Mitarbeitern gegründet, hat heute aber seine Geschäftsadresse in der Heinrich-Mann-Straße.

Im Bezirk Pankow betreibt der Ausbildungs- und Beschäftigungsträger auch gleich mehrere Einrichtungen. Neben dem Ausbildungsrestaurant an der Schönholzer Heide zählen dazu das Pankower Sport- und Kulturzentrum Spok an der Nordendstraße und das Ausbildungsrestaurant „Cantina“ an der Storkower Straße.

Rückblickend auf seine Erfahrungen in den vergangenen 20 Jahren fordert Bildungsmarkt-Vorstand Hans-Peter Eich von der Politik mehr Investitionen in die Bildung und die Berufsvorbereitung. Noch seien die jungen Leute überwiegend unzureichend auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Schon jetzt beklage die Wirtschaft, dass es zu wenige Fachkräfte in Deutschland gibt, dabei stehen die geburtenschwachen Jahrgänge erst noch bevor. Daher müssten die Jobcenter Bildungsträger auch mehr unterstützen, wenn sie für die Wirtschaft außerbetrieblich im technisch-gewerblichen Bereich ausbilden.

Sozialsenatorin Knake-Werner stimmte dem zu: „Schon jetzt haben wir in der Region einen Mangel an 12.000 Fachkräften. Weil die private Wirtschaft leider zu wenig ausbildet, brauchen wir auch solche Bildungsträger wie den Bildungsmarkt. Und wir brauchen flexiblere Jobcenter.“

Der Träger Bildungsmarkt will sich künftig weiter neuen Berufen öffnen. So wird seit kurzem beispielsweise eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann angeboten. Es gibt außerdem Überlegungen, Berufe wie Gesundheitskaufmann, Veranstaltungskaufmann oder auch Sicherheitsfachkraft in die Ausbildung mit aufzunehmen.

(Berliner Woche vom 20. Dezember 2006, Ausgabe Pankow, S. 2)


Akademie testet neuen Rhythmus in der Lehre
Das bundesweit agierende Großhandelsunternehmen bito AG hat an der Nordendstraße 50 eine Akademie eröffnet. In dieser werden zum einen Junior-Verkaufsberater ausgebildet, zum anderen finden in der bito-Akademie auch Weiterbildungen von Mitarbeitern statt. Eröffnet wurde die Einrichtung vom bito-Vorstandsvorsitzenden, Joachim Spitzley, der zehn neue Azubis begrüßen konnte. „Die Idee, eine eigene Ausbildungsakademie zu eröffnen, hatten wir vor einem Dreivierteljahr“, berichtet Spitzley. „Neue Mitarbeiter sind die Zukunft für unser innovatives mittelständisches Unternehmen. Darum müssen wir in diese Zukunft investieren.“

Allerdings sei man mit der bisherigen Qualität der Ausbildung nicht ganz zufrieden. Im bisher praktizierten dualen Ausbildungssystem, das aus Berufsschule und praktischer Ausbildung im Betrieb besteht, finden immer zwei Tage in der Woche Berufsschulunterricht und drei Tage praktische Arbeit statt. Damit wird den Azubis aber die Möglichkeit genommen, über einen längeren Zeitraum Aufgaben im Betrieb zu übernehmen und diese kontinuierlich umzusetzen. „Sie haben immer nur drei Tage für die praktische Arbeit und haben dadurch beispielsweise nicht die Möglichkeit, am Kunden dranzubleiben.“ Darum will die bito AG, die in den Bereichen Farben, Tapeten und Bodenbeläge tätig ist, einen neuen Weg gehen.

Die Azubis werden pro Lehrjahr drei Monate in der Akademie theoretisch am Stück geschult. Danach können sie acht Monate die Theorie ohne Unterbrechung in der Praxis umsetzen und sogar schon richtige Mitarbeiteraufgaben übernehmen. Als Partner für seine Akademie konnte die bito AG den freien Träger Bildungsmarkt gewinnen.

(Berliner Woche vom 13. Dezember 2006, Ausgabe Pankow, S. 3)


Kiezküchen in Gemeindeschule
Die Gerüste sind verschwunden und die Fassade der alten Gemeindeschule strahlt. Am 7. November hat in der Atzpodienstraße 45/46 das Ausbildungszentrum des Bildungsträgers Kiezküchen eröffnet. Rund 100 Auszubildende werden dort ab sofort in gastronomischen Berufen ausgebildet. Kernstück ist das Ausbildungsrestaurant „Alte Mensa“. Wie sich anspruchsvolle Küche und Lehre vereinen lassen, beweisen die Leiterin Manuela Kraft und ihr Team aus erfahrenen Gastronomen und Jugendlichen täglich außer montags von 9 bis 16.30 Uhr. Die „Alte Mensa“ ist das zehnte Ausbildungsrestaurant des Berliner Trägers Kiezküchen. Alte Mensa, Kiezküchen gGmbH, Atzpodienstraße 45/46. Weitere Infos unter Tel.: 030/554 40 35–0.

(Berliner Woche vom 22. November 2006, Ausgabe Lichtenberg, S. 1)


Europäisches Qualitätssiegel für Mobilitätsprojekt in der Gastronomieausbildung
Im 2001 gestarteten Modellprojekt „Eurogastronom – Europakompetenz in der Gastronomieausbildung“ entwickelte die „kiezküchen ggmbh“ Zusatzqualifikationen, die in Berufsausbildungen in der Gastronomie integriert wurden. Im Mai 2006 wurde das Projekt in Graz mit dem Europäischen Qualitätssiegel der EU-Kommission und der europäischen Leonardo-Nationalagenturen ausgezeichnet.

Die ersten Auszubildenden im Projekt Eurogastronom (vgl. BWP 2/2005) haben im Jahr 2005 ihre Ausbildung mit Zusatzprüfung in den Berufen Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau und Fachkraft im Gastgewerbe erfolgreich beendet. 17 von 21 Absolventen hatten nach der Prüfung einen Arbeitsvertrag in der Tasche, fast alle anderen hatten konkrete Aussicht auf Beschäftigung. Die meisten von ihnen können ein Englisch-Zertifikat vorweisen und haben nach mehrmonatigen Auslandspraktika Erfahrungen und Spezialkenntnisse, die nicht nur fachbezogen Wert besitzen. Bis zu drei Praktika von insgesamt bis zu sechs Monaten Dauer absolvierten die jungen Gastronomen in Großbritannien, Frankreich, Belgien oder Italien, dokumentiert im „Europass Mobilität“ und Zeugnissen ihrer Praktikumsbetriebe. Darüber hinaus haben sie interkulturelle Erfahrungen in von den „kiezküchen“ entwickelten Trainingseinheiten gesammelt. (www.kiezkuechen.de) Das Fazit: Eine der ganz wenigen Ausbildungen auf dem Markt mit praxisbezogener internationaler Ausrichtung hat die Feuertaufe bestanden und gibt wichtige Impulse für die Modernisierung der Berufsausbildung, die realistisch und flexibel auf Bedingungen und Wandlungen auf dem europäischen Binnenmarkt vorbereitet.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass auf junge Benachteiligte zusätzliche Anforderungen eher motivierend als überfordernd wirken. Sie fördern auf fachlicher Ebene das Selbstbewusstsein und helfen gleichzeitig, im persönlichen Bereich Defizite zu überwinden. Die jungen Menschen werden in die Lage versetzt, ihre Stigmatisierung zu kompensieren, und erhöhen nachweislich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Die deutsche Koordinierungsstelle für LEONARDO-da-Vinci-Mobilitätsprojekte „InWEnt“ wählte das Projekt unter 255 deutschen Projekten aus und nominierte es für den „Leonardo da Vinci Quality In Mobility Award 2006“. Preisverdächtig waren die systematische und umfangreiche Integration internationaler Mobilität in die Erstausbildung, die umfassende sprachliche und interkulturelle Vorbereitung der Auszubildenden und das Ergebnis, „dass internationale Mobilität auch für Benachteiligte möglich ist und gerade auch für sie eine Chance bedeutet“ (InWEnt). Der Projektansatz und die Ergebnisse überzeugten auch im europäischen Vergleich. Die Jury aus Mitgliedern der EUKommission, Vertretern der LEONARDO-Nationalagenturen und externe Experten nominierte es für die Finalrunde der letzten Fünf in der Kategorie Erstausbildung. Gemeinsam mit anderen Initiativen wurde das Projekt mit dem Europäischen Qualitätssiegel ausgezeichnet.

Impulse für die Internationalisierung der Ausbildung
Die zusätzlichen Qualifizierungsmodule sind an Kompetenzen orientiert, die in der Gastronomie zwar gefragt, aber nicht in konventionelle Erstausbildungen integriert sind. Für die gesamte duale Berufsausbildung nimmt das Projekt der „kiezküchen“ eine Entwicklung vorweg, für die seit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes der Weg geebnet ist: die Internationalisierung der Ausbildung. Abschnitte der Ausbildung können seit 2005 im Ausland absolviert werden, wenn es dem Ziel der Ausbildung dient. Die Eurogastronomen beweisen, dass es dem wichtigsten Ziel einer Ausbildung dient – dem sofortigen Berufseinstieg.

Was in europäischen Gasträumen und Küchen funktioniert, kann auch für andere Branchen wegweisend sein. Der Projektansatz – Mobilität, Sprachfähigkeit und Interkulturalität zu fördern – ist regional und auch international ungebunden. Für fast jedes Berufsfeld lässt sich im Zusammenhang mit dem Dienstleistungsaspekt eine zentrale Fremdsprache identifizieren. Für fast jedes Berufsbild ist es möglich, relevante Zusatzqualifikationen zu entwickeln, die nur im Ausland erworben werden können. Die Schlüsselqualifikation ist interkulturelle Kompetenz, da sie in allen Dienstleistungsberufen relevant ist und erfolgreiche Auslandsaufenthalte während der Ausbildung erst ermöglicht.

„Auf keinen Fall den Mund halten“
In der Entwicklung der Englischkenntnisse setzen die „kiezküchen“ den Schwerpunkt auf Kommunikation. Von Anfang an wird den Jugendlichen klar gemacht, dass es darauf ankommt, sich ausdrücken und verständigen zu können. Deshalb lernen Eurogastronomen zunächst, Hemmungen beim Sprechen abzubauen. Wenn sie im Auslandspraktikum die Sprache auf sich gestellt anwenden und dabei täglich Fortschritte erkennen, ist das Lernerfolg und Motivation zugleich. „Was man in England auf keinen Fall tun sollte ist: den Mund halten.“ Mit dieser Erfahrung kam eine Junggastronomin zurück, die zu Beginn ihrer Ausbildung so schüchtern war, dass sie auf viele Mitmenschen abweisend wirkte.

Die Versuche, gemeinsam mit der IHK in Berlin oder mit der Berufschule für das Gastgewerbe einen Standard für Englisch-Zusatzprüfungen zu entwickeln, blieben bisher ohne Erfolg. Die „kiezküchen“ haben deshalb eine eigene Prüfung entwickelt, die an allgemeinen Standards von Sprachprüfungen orientiert ist und mit einem Zertifikat bescheinigt wird. Sie entspricht dem Standard A2 der Association of Language Testers in Europe und ist in ihren Prüfungsgebieten an den Cambridge Standards ausgerichtet. Das bestätigt der Kooperationspartner der „kiezküchen“, die englische Totnes European School. Externe Prüfer stellen die Hotelfachschule Berlin und das Hotel „Esplanade“ in Berlin.

Impulse für die Benachteiligtenförderung
Die Benachteiligung junger Menschen besteht häufig in Bildungsmängeln, die aus Schulverweigerung resultieren. Die Ursachen für diese Haltung sind unterschiedlich, das Ergebnis ist gleich – mit konventionellen Unterrichtsmethoden sind die jungen Leute nicht zu erreichen. Auslandspraktika können helfen, dieses Dilemma zu überwinden und den Jugendlichen den methodischen Zugang zu Lerninhalten zu verschaffen. Beim Verlassen ihres gewohnten sozialen Umfelds erweitern sie in mehrfacher Hinsicht ihren Horizont. Sie lernen in interkulturellen Begegnungen mit unbekannten Verhaltensmustern umzugehen und stärken ihre soziale Kompetenz durch die persönliche Erfahrung, fremd zu sein, sich aber Anerkennung selbst erarbeiten zu können. Bezugspunkt ist dabei immer der Beruf. Die Junggastronomen erwerben Spezialkenntnisse in landestypischer Küche und im Service und sind dabei selbst authentische Botschafter ihres Berufsstands und ihrer Herkunftsregion.

Bilanz der ersten Eurogastronomen
40 junge Menschen begannen im Jahr 2002 ihre Ausbildung. 21 von ihnen haben das Ausbildungsziel erreicht, 15 von ihnen im ersten Prüfungsdurchgang im Herbst 2005. Ein gutes Drittel der fertigen Eurogastronomen sind Frauen. 13 haben die Ausbildung abgebrochen, die übrigen haben die Prüfung verschoben oder das Programm ohne Abschluss verlassen. Das alles sind gute durchschnittliche Quoten in der außerbetrieblichen Berufsausbildung. Erstaunlicher ist ein weiteres Ergebnis: 18 von 24 der jungen Leute haben das zusätzliche Englisch-Zertifikat erhalten, überwiegend mit guten und sehr guten Ergebnissen. Nicht erstaunlich, sondern überwältigend fällt die Bilanz im wichtigsten Aspekt des Projekts aus, der Integration in den Arbeitsmarkt. Die Agentur für Arbeit Berlin Mitte, die das Projekt fördert, definierte die Erhöhung der Berufschancen als zentrales Projektziel. Ziel erreicht, dürfte unter dem Strich stehen. Mehr als 81% der Absolventen wurden in Beschäftigung vermittelt. Das ist eine Quote, die die Messlatte für nachfolgende Projekte hoch legt. Die Eurogastronomen kümmert das wenig, denn sie kochen oder servieren inzwischen dort, wo es ihnen Spaß macht. Mehrere Eurogastronomen haben sehr begehrte Arbeits- oder Ausbildungsplätze in der hochklassigen Berliner Gastronomie gefunden. Das gelingt mit Benachteiligten seltener. Einige Eurogastronomen arbeiten heute in der Schweiz und in Lateinamerika. „Ich fange schon an, in Englisch zu denken“, schreibt ein Eurogastronom aus Neuseeland ...

Im September 2006 haben 24 weitere junge Leute ihre Ausbildung begonnen. Insgesamt über 120 Jugendliche starteten in fünf Durchgängen von 2002 bis heute in die internationale Berufsausbildung, gefördert von der Agentur für Arbeit Berlin Mitte. Die Auslandspraktika im Projekt wurden aus dem Programm LEONARDO da Vinci finanziert. Rund 165 solcher Praktika hat das Team der „kiezküchen“ organisiert und begleitet. Ausbildungsort ist das „kiezküchen“-Restaurant „Cantina“ im Prenzlauer Berg in Berlin. Die kiezküchen bilden in zehn Ausbildungsstätten in Berlin über 650 Jugendliche in gastronomischen und gastronomienahen Berufen wirtschaftsnah aus.

(von Andrea Mohoric, Olliver Karth - erschienen in BWP – Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, hrsg. vom Bundesinstitut für Berufsbildung, Ausgabe Nr. 5/2006, September/Oktober 2006, S. 51 f.)


In Lichtenberg gibt es 275 freie Ausbildungsplätze
Im Ausbildungsatlas Lichtenberg, der seit 2003 vom Bezirk und einem gemeinnützigen Träger erarbeitet wird, finden sich vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch 275 freie Ausbildungsplätze in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und bei Bildungsträgern. Ebenso 525 Ausbildungsplätze, für die Schulgeld erhoben wird. In der Datenbank können Jugendliche nach Berufsfeldern suchen oder nach ausgewählten Unternehmen.

(Berliner Zeitung vom 26. Juli 2006, S. 21)
Ähnliche Meldungen über das Projekt "Ausbildungsatlas Lichtenberg" der bildungsmarkt vulkan ggmbh erschienen zwischen 20. Juli und 5. August 2006 im Neuen Deutschland, dem Berliner Kurier, der Berliner Woche, dem Berliner Abendblatt, den Lichtenberger Rathausnachrichten und dem Sonderteil "Beruf und Karriere" der Berliner Zeitung.


Kick it. Jugend ruft: Zum Streetfootball am Mariannenplatz
Am Bolzplatz in der Körtestraße kicken ein paar Jugendliche, die mit ihren nagelneuen roten Trikots aus dem sonstigen bunten Haufen herausstechen. Richtig professionell sehen sie aus. Ihr Team nennt sich fx-united und trainiert für die WM, allerdings nicht für die „große“, sondern für einen Junior-Ableger, das Streetfootball-Festival. 24 internationale Jugend-Teams mit 200 Spielern aus sozialen Projekten werden vom 2. bis zum 8. Juli, parallel zur Endphase der WM, in Berlin um den Titel des Straßenfußballkönigs kämpfen. Ort des Geschehens ist ein eigens erbautes Bolzplatz-Stadion am Mariannenplatz in Kreuzberg.

Noch wird gehämmert und gesägt, Tribünen werden errichtet und in der leerstehenden Schule in der Adalbertstraße Schlafquartiere gebaut. „Wir wollen so wenig wie möglich von außen einkaufen“, sagt Claudia Haas, Pressesprecherin des Veranstalter-Netzwerks „streetfootballworld“. „Was vorbereitet werden muss, soll direkt aus dem Kiez kommen.“ Ursprünglich was das Künstlerhaus Bethanien als Schlafplatz vorgesehen, aber die neuen Besetzer des Südflügels spielten nicht mit, da musste man auf die Grundschule ausweichen. Dafür hat sich das Architekten-Team „raumstar“ aus Berlin etwas Besonderes einfallen lassen. Betten, Duschen, Bänke, Regale – alles wird aus Baugerüst-Elementen zusammengebastelt. „Das ist ein bisschen wie Lego für Erwachsene“, sagt Architekt Michael Kloos und grinst.

Unterstützung erhalten er und sein Kollege von rund 40 arbeitslosen Jugendlichen des Qualifizierungsträgers „bildungsmarkt e. V.“. Und ein Gerüstverleiher stellt Baugerüste für den Sonderpreis von 3.000 Euro Leihgebühr zur Verfügung. Den Hotelbetrieb übernimmt „kiezküchen“, die auch die Spielerkantine im Bethanien betreibt. Bis zum Startschuss der kleinen WM ist noch einiges zu tun, doch die Mühe lohnt sich. An Pfingsten hat bereits eine Spieler-Delegation aus Südafrika im Fußballquartier genächtigt und war sehr zufrieden. Im Gegensatz zur normalen WM, wo die Teams in verschiedenen Städten stationiert sind, werden hier Jugendliche aus aller Welt zusammentreffen. „Mehr Multikulti als in diesem Projekt geht nicht“, meint Kloos. Und wer weiß? Vielleicht lauert ja der ein oder andere Talentscout am Spielrand und entdeckt einen zukünftigen Profifußballer?

(zitty 13/2006 vom 21. Juni 2006, S. 35)


Qualitätspreis für Mobilitätsprojekte
„And the winner is ...“ so hieß es in diesem Mai auch im Programm LEONARDO DA VINCI. In Graz wurden wurde der European Quality in Mobility Award 2006 verliehen. In fünf Kategorien wurden die jeweils fünf besten Mobilitätsprojekte Europas präsentiert und ausgezeichnet. Gastgeber für die gemeinsame Initiative von Nationalen Agenturen und Europäischer Kommission war im Rahmen der Ratspräsidentschaft die österreichische Nationale Agentur LEONARDO DA VINCI.

Hintergrund für diese Initiative ist die zunehmende Bedeutung von Mobilität und damit einhergehend von Qualität in transnationalen Projekten. Der European Quality in Mobility Award 2006 versteht sich als Beitrag zur Qualitätssicherung in der beruflichen Mobilität und will die Diskussion zu diesem Thema beleben und vorantreiben. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Anliegen, die hervorragende Arbeit vieler Projektträger zu präsentieren. Als Aushängeschilder für das Programm tragen die Projekte zur Verbreitung europäischer Ideen und Impulse in der beruflichen Bildung bei.

Ausgewählt wurden die Projekte von einer internationalen Jury, die aus Vertretern der Nationalen Agenturen, der Europäischen Kommission und externen Experten bestand. Projekte aus Deutschland waren in vier der fünf Kategorien vertreten:

In der Erstausbildung wurde ein Projekt für benachteiligte Jugendliche der Kiezküchen Ausbildungs gGmbH nominiert. Das Projekt, an dem insgesamt 58 Auszubildende in Gastronomieberufen teilnahmen, hat beachtliche Erfolge zu verzeichnen: Von den 26 Auszubildenden, die 2005/2006 ihre Abschlussprüfung ablegten, haben 21 eine Stelle im In- und Ausland gefunden. In den acht Wochen, die sie in Großbritannien, Frankreich, Italien und Belgien verbrachten, erhielten die Auszubildenden neben dem Praktikum fachlichen Unterricht und eine Einweisung in die regionalen Besonderheiten der Küchen. [...] Weitere Informationen zum European Quality in Mobility Award 2006 gibt es unter www.na-bibb.de/leonardo

(bildung für europa. Journal der Nationalen Agentur beim BIBB in Zusammenarbeit mit DAAD und InWEnt, Ausgabe Nr. 5/2006, Mai 2006, S. 11 f.)


Protest mit Erfolg: „Charlottenhof“ bleibt
Bundestagspräsident Thierse macht sich persönlich für die Seniorenfreizeitstätte stark

Weißensee. Prominenten Besuch hatten vor wenigen Tagen die Senioren des „Charlottenhofs“ an der Charlottenburger Straße 61: Bundestagspräsident Wolfgang Thierse informierte sich über die Einrichtung und war Gast beim Kaffeeklatsch.

Die Seniorenfreizeitstätte „Charlottenhof“ wird seit zehn Jahren vom freien Träger „Bildungsmarkt“ betrieben. „Bei uns treffen sich Senioren, um Kontakte zu knüpfen und ihre Freizeit zu verbringen“, berichtet Karola Holz, die Leiterin der Einrichtung.
Bislang unterstützen ABM-Kräfte die Leiterin beim Betrieb. Als der Träger „Bildungsmarkt“ Ende vergangenen Jahres eine neue ABM beantragte, lehnte die Agentur für Arbeit ab. Die Einrichtung stand vor dem Aus. Dutzende Senioren schrieben Briefe an den Bundestagspräsidenten. Sie baten ihn um Unterstützung beim Kampf um den Erhalt der für sie so wichtigen Einrichtung in seinem Wahlkreis. „Herr Thierse hat jedem binnen einer Woche geantwortet. Er versprach Unterstützung und daß er die Einrichtung besuchen werde. Von dieser prompten Reaktion waren viele doch überrascht.“
Inzwischen haben sich der freie Träger, die Agentur für Arbeit und das Bezirksamt darauf geeinigt, daß die Einrichtung von Ein-Euro-Jobbern unterstützt wird. Für das erste Halbjahr 2005 ist der Betrieb des „Charlottenhofs“ gesichert.
„Wenn es wieder Probleme mit dem Fortbestand geben sollte, wenden Sie sich rechtzeitig an mich“, so Thierse zu den Senioren. (BW)
Geöffnet ist die Einrichtung Mo-Do 9-17 Uhr, Fr 9-16 Uhr. Tel.: 473 39 30.

(BERLINER WOCHE, Ausgabe Weißensee, 23. Februar 2005, S. 3)


Eine Tafel wie im Barock
Niederschönhausen. Mit einer barocken Tafel meisterte Rahime Bayram (20) ihre Zwischenprüfung im zweiten Lehrjahr. Sie absolviert derzeit bei der Kiezküchen GmbH eine Lehre zur Hauswirtschafterin. Ihre praktischen Erfahrungen sammeln die jungen Leute – auch Rstaurantfachleute und Köche – im Ausbildungsrestaurant „Schönholzer Heide“, Info: Tel.: 48 52 23 55. (BW)

(BERLINER WOCHE, Ausgabe Pankow, 16. Februar 2005, S. 1)


Convenience-Produkte salonfähig machen
Jugendvereinsmeisterschaft stellt Einfallsreichtum in den Mittelpunkt / Gezeigte Leistungen von Juroren als gut bewertet

Beim diesjährigen Wettbewerb der Köche Berlins um den Jugend-Creativ-Pokal siegte Daniel Schöfisch (M.). Zweitplatzierte war Amene Klaite, Drittplatzierter Marcel Drache (2.v.l.). Die Pokale überreichten Volker Voigt (r.) von Unilever-Foodsolutions, Köchevereinschef Lutz Bormann und der Geschäftsführer vom IB-Gästehaus Am Campus, Martin Blodau (l.). Foto: Blumenthal

BERLIN Die im Verein der Köche Deutschlands organisierten Köche Berlins trugen in Zusammenarbeit mit der Firma Knorr Caterplan ihre Vereinsmeisterschaft um den Jugend-Creativ-Pokal aus. Bei diesem dritten Wettbewerb im IB-Gästehaus Am Campus lagen unter anderem Saibling, Tomaten, Chicorée, Rehkeule, Schwarzwurzel, Steckrübe, Lauch, Karotten, Rot- und Grünkohl im Warenkorb.
Diese Rohstoffe konnten beziehungsweise sollten mit einer Fülle von Fertigerzeugnissen (Gastronomiebedarf) der Firma Unilever-Foodsolutions zu einem ideenreichen 4-GängeMenü für 8 Personen von den insgesamt 10 Teilnehmern, allesamt Berliner Koch-Azubis im zweiten und dritten Lehrjahr, verarbeitet werden. Aber eben nicht TK-Packung oder -beutel erhitzen, aufmachen, auf Tellern oder in Tassen anrichten, sondern deren Inhalt veredeln beispielsweise durch Hinzufügen frischer Kräuter oder Trockengewürze, Gemüseeinlagen, Kochwein et cetera. Die im Warenkorb vorhandenen Suppen sowie die Desserts waren alle vorgefertigt, und dennoch kam bei jedem (neun männliche Azubis und eine weibliche Teilnehmerin) unterm Strich etwas anderes heraus. So wurde eine Geflügelcremesuppe mit Currysahne verfeinert, die Rehkeule mit fertigen Kaiserknödeln kombiniert und dergleichen mehr. De Junioren unter Leitung von Detlef Richter schätzten die gezeigten Leistungen (die Beantwortung von Fachfragen sowie die Warenerkennung waren dem Kochen vorausgegangen) als gut ein, obwohl die erreichte Punktezahl zwischen 46,38 und 65,33 von 100 möglichen erheblich schwankte. Platz 1 belegte Daniel Schöfisch., Hilton Berlin. Sein Preis: eine Wochenendreise nach Heilbronn in das Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe im Wert von 700 Euro. Er wird auch die Köche Berlins beim diesjährigen Achenbach-Regionalentscheid am 5. März vertreten. Auf Platz 2 kam das einzige Mädchen. Amene Klaite, Kiezküchen gGmbH, gewann eine Digitalkamera. Drittplatzierter war Marcel Drache, ebenfalls Hilton Berlin. Er erhielt diverse Küchenwerkzeuge. Und natürlich gab’s für alle den „Creativ-Pokal“ der Firma Knorr Caterplan.
Das Siegermenü: Saiblingsulz im Créme-frâiche-Mantel, lauwarmes Saiblingragout an Blattsalatspitzen mit Zitronen-Olive-Dressing, grüne Sauce, Salzgebäck; Geflügelcremesuppe mit Hühnerfleischklößchen; Rehkeulenroulade an Wild-Champignon-Sauce, Salatherzen, gefüllte Tomaten mit Schwarzwurzel und Kartoffelkroketten; Orangencreme in Bisquit, Marillen-Topfenknödel an Vanillesauce und Sorbet von roter Grütze, Zuckerstange.

(ALLGEMEINE HOTEL- UND GASTSTÄTTENZEITUNG; Nr. 7/2005; 19. Februar 2005)


Internationalisierung der Berufsausbildung: Den Horizont erweitern
Obwohl der Ruf nach internationaler Qualifizierung von immer mehr Seiten hörbar wird, findet er im Ausbildungsalltag nach wie vor kaum Beachtung. Nur wenige Auszubildende haben das Glück, an Betriebe oder Projekte zu geraten, die schon jetzt internationale Qualifizierungselemente in die Ausbildung integrieren.

Robert Klimke, Auszubildender als Fachkraft im Gastgewerbe bei der gemeinnützigen Kiezküchen Ausbildungs-GmbH in Berlin, ist einer von ihnen. Er nimmt an dem Modellprojekt „Europakompetenz in der Gastronomieausbildung“ teil, das die Kiezküchen in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Berlin Ost durchführen. Dieses Modellprojekt hat ihm zusätzlichen Englischunterricht, drei Auslandspraktika und dadurch die Liebe zu Italien und der italienischen Küche beschert. Als Teilnehmer einer Maßnahme der Benachteiligtenförderung bekam er, was anderen Auszubildenden verwehrt bleibt: einen brauchbaren Fremdsprachenerwerb und Auslandserfahrungen, die ihm bei seinem Berufseinstieg in der Gastronomie von großem Nutzen sein werden. Es gibt im gesamten Bundesgebiet noch gerade eine Handvoll ähnlicher Projekte, das der Kiezküchen ist dabei das einzige in der Benachteiligtenförderung.

Die Nachbarn sind weiter
Etliche Hürden, darunter ein Mangel an Finanzierungsmöglichkeiten und geschultem Personal aber auch an kompatiblen Ausbildungsregelungen stehen Betrieben und Berufsschulen bei der Öffnung der Berufsausbildung hin zu mehr Internationalität im Weg. Neben der Aufnahme internationaler Kompetenzen in die Prüfungen ist dabei auch ein verbindliches System der Anerkennung erbrachter Leistungen im Ausland dringend erforderlich, da Bedarf und Wert einer internationalen Qualifizierung bisher noch sehr unterschiedlich eingeschätzt werden. Nachbarländer wie die Niederlande oder Dänemark sind hier schon weiter: In den Niederlanden ist eine Fremdsprache beispielsweise in allen kaufmännischen Berufen obligatorisch, eine weitere Fremdsprache fakultativ, daneben sind weitere internationale Qualifizierungselemente vorgesehen.

Nicht nur die angestrebte Novellierung des Berufsbildungsgesetzes, die einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung für bis zu neun Monate gutheißt, deutet ganz klar in Richtung Internationalisierung. Auch die von der EU-Kommission angekündigte Verdreifachung der Mittel für europäische Bildungsprogramme, darunter das Berufsausbildungsprogramm Leonardo da Vinci, eröffnet hier weit reichende Möglichkeiten.

Deutschland muss mitziehen
Kreative Lösungsansätze könnten sein: Betriebe können durch Austauschprogramme ihre Auszubildenden ins Auslandspraktikum schicken und empfangen ihrerseits ausländische Auszubildende aus diesem Betrieb. Beide Betriebe vermitteln so internationale Kenntnisse und müssen nicht auf die Arbeitskraft ihrer Auszubildenden verzichten. Der Berufsschulunterricht könnte durch Blockunterricht oder Fernunterrichtelemente mit dem Auslandsaufenthalt Hand in Hand gehen. Auch Austauschprogramme für Ausbilder/innen oder Lehrer/innen der Berufsschulen in Betrieben im Ausland können durch die Aufstockung der Leonardomobilitätsmittel häufiger praktiziert werden als bisher.

Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland bei der Internationalisierung der Berufsausbildung endlich mitzieht. Denn es geht hier nicht „nur“ um die geldwerte Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt und im internationalen Wettbewerb. Robert Klimke: „Die Auslandspraktika haben mich fachlich und persönlich sehr viel weiter gebracht. Ich kann nur jedem empfehlen, mal ins Ausland zu gehen.“ (Senta Piringer)

(position, IHK-Magazin für Berufsbildung 1/2005)


Berufsausbildung im Zeichen der Internationalisierung
Fachtagung zeigt den Diskussionsstand der Bildungsexperten auf / Neues Berufsbildungsgesetz zeigt in richtige Richtung

BERLIN Im Rahmen der regionalen Fachtagung „Modernisierung und Internationalisierung der Berufsausbildung“ der kiezküchen gGmbH Berlin hat Dr. Peter Wordelmann vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung Bonn die folgenden Eckpunkte des Themas umrissen.

Beschäftigte in einer globalisierten Arbeitswelt müssen über vier wichtige Mobilitätskompetenzen verfügen, um auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu bestehen:

- Fachkompetenzen im eigenen Berufsfeld, die über die Fachkenntnisse im eigenen Land hinausgehen,
- Fremdsprachenkenntnisse mit Englisch als wichtigster Sprache,
- interkulturelle Kompetenzen, um ohne Vorbehalte mit Kunden und Kollegen aus anderen Ländern umgehen zu können, und
- eine gewisse psychische und physische Robustheit, um der geforderten Flexibilität standzuhalten.

Die langjährige Forderung nach Internationalität hat jedoch nach wie vor keine durchschlagende Wirkung. Zwar lassen internationale Unternehmen aus eigenem Bedarf in die Aus- und Weiterbildung ihrer Auszubildenden und Beschäftigten schon längst internationale Qualifizierungselemente mit einfließen. Und auch freie Träger haben eine größere Kapazität und Flexibilität, um internationale Qualifizierung in Ausbildungsgänge zu integrieren. Die große Masse der mittelständischen Unternehmen tut sich damit aber schwer.

Monika Rink, Geschäftsführerin des Hotel Kolumbus Berlin und Mitglied des Hotel- und Gaststätten-Verbands Berlin und Umgebung e.V., betonte auf der Tagung, die mittelständischen Unternehmen seien sehr engagiert, die Ausbildungen nach den fachlichen erweiterten Anforderungen zu modernisieren. Aber zusätzlich internationale Inhalte zu vermitteln würde bedeuten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Schließlich seien viele Auszubildende schon jetzt kaum in der Lage, den Anforderungen zu genügen.

Blockunterricht erleichtert zeitliche Koordination
Ein weiteres Problem bildet laut Dr. Wordelmann das duale System selbst mit seinen beiden Lernorten Schule und Betrieb, die eine Umsetzung von Ausbildungsaufenthalten im Ausland erschweren. Gerhard Nieß, Studiendirektor am Oberstufenzentrum Gastgewerbe, schlägt hierzu die Einführung von Blockunterricht vor, der die zeitliche Koordination erleichtern würde. Würde außerdem immer eine gesamte Berufsschulklasse ins Auslandspraktikum geschickt, könnten die freigewordenen Berufsschullehrer auch Fernunterricht per Internet praktizieren.

Der Bedarf nach internationaler Qualifizierung wird dabei keineswegs von allen Seiten gleich hoch eingeschätzt. Laut einer Untersuchung des DIW Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 2003 ist es aber gerade das Gastgewerbe, das einen überdurchschnittlichen Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen hat.

Europäische Doppelqualifikationen bleiben jedoch im Gespräch, solange noch keine Angleichung der Zertifizierungssysteme in Europa erreicht ist. Es wird als sehr attraktiv für den Arbeitsmarkt angesehen, wenn ein Arbeitnehmer mit Zertifikaten eines anderen Landes aufwarten kann.

Dr. Wordelmann machte denn auch darauf aufmerksam, dass bisher kaum internationale Ausbildungsinhalte in die Regelsysteme aufgenommen wurden. Die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes sei ein erster Schritt in die richtige Richtung: Laut §2 Abs.2 BBIG besteht die Möglichkeit, einen Zeitraum von bis zu neun Monate innerhalb der Berufsausbildung im Ausland zu absolvieren, wenn dies dem Ausbildungsziel dienlich ist. Das Ausland wird so zum dritten Lernort. Es ist jedoch nach wie vor ungeregelt, wie die Anforderungen des dualen Systems bezüglich Fachtheorie, Fachpraxis und Ausbildereignung im Ausland gewährleistet werden sollen.

Das Hindernis fehlender finanzieller Mittel schient in Zukunft gelöst zu sein. Die Jahrestagung zum Leonardo da Vinci-Programm in Bonn Anfang November ergab, dass die Mittel für Mobilität vervierfacht werden. Das bedeutet konkret, dass die Mobilitätsprojekte für den Fachkräfteaustausch zur Fortbildung des Ausbildungspersonals genauso wie die Mobilität für Auszubildende und junge ArbeitnehmerInnen enorm gefördert werden. Carola von Braun, Referatsleiterin „Berufliche Bildung“ der Senatsverwaltung Wirtschaft, Arbeit und Frauen, forderte, die Betriebe müssten endlich die internationalen Qualifikationen der Auszubildenden und Beschäftigten voll anerkennen. Sie regte an, wechselseitig Auszubildende als Praktikanten auszutauschen.

Angesichts der mengenmäßig dürftigen Entwicklungen auf dem Gebiet der Internationalisierung der Berufsausbildung wurde die Agentur für Arbeit Berlin Ost mit ihrer Förderstrategie von einigen Bildungsexperten als „Speerspitze“ hervorgehoben. Wilfried Grieger, Abschnittsleiter Berufsberatung der Agentur für Arbeit Berlin Ost, erläuterte die Motivation der Förderung: Es gehe darum, die aktuellen Anforderungen der Wirtschaft bei der Qualifizierung aufzugreifen und gleichzeitig die Berufschancen für benachteiligte Zielgruppen zu erhöhen.

Das Modellprojekt „Europakompetenz in der Gastronomieausbildung“ der gemeinnützigen kiezküchen ausbildungs-GmbH ist die einzige Ausbildungsmaßnahme im Rahmen der Benachteiligten-Berufsausbildung, die internationale Inhalte und Zusatzqualifikationen in diesem Umfang in die Gastronomieausbildung integriert. Die Agentur für Arbeit Berlin Ost fördert das Projekt bis 2007. Es werden 80 Auszubildende in den Berufen Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau und Fachkraft im Gastgewerbe ausgebildet.

Die Azubis erhalten verstärkten Englischunterricht und wenden dann die Sprache während eines zweimonatigen Praktikums in England in ihrem Arbeitsfeld an. Je nach Interesse können sie sich danach in zwei achtwöchigen aufeinander aufbauenden Praktika in der französischen oder italienischen Gastronomie fachlich spezialisieren.

Im „Europass Berufsbildung“ werden die beruflichen Inhalte, die die Auszubildenden erlernt haben, und das sind sechs Monate Ausbildung im Ausland, zertifiziert. Wenn im Sommer 2005 die ersten „Eurogastronomen“ ausgelernt haben, wird die Arbeitsagentur Berlin Ost anhand der Berufsabschlussquote den Erfolg dieses Modellprojektes und damit der Finanzierung überprüfen.

Dass jetzt schon für die Persönlichkeitsentwicklung der so genannten benachteiligten Auszubildenden viel gewonnen wurde, bewiesen die Auszubildenden selbst, als sie am Schluss der Tagung eine selbstinszenierte Talkshow in englischer Sprache vorführten. Selbstbewusst stellten sie vor, was ihnen die Ausbildung an fachlichen und sprachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten bisher gebracht hat.

(ALLGEMEINE HOTEL- UND GASTSTÄTTENZEITUNG, 05.02.2005)


Praktika machen den Nachwuchs fit fürs Ausland
Berufsausbildung Eurogastronom - ein Modellprojekt der Kiezküchen-AusbildungsgGmbH / Arbeits- und Lebenserfahrung

BERLIN - Sie schauen sich quasi gegenseitig in die Fenster: die Agentur für Arbeit Berlin Ost und das Kiezküchen-Ausbildungsrestaurant Cantina in der Storkower Straße in Berlin-Prenzlauer Berg beziehungsweise deren Mitarbeiter. Die Kiezküchen-Ausbildungs gGmbH, ein freier Träger, unterhält insgesamt 7 Betriebsstätten, in denen „soziologisch-ökonomisch benachteiligte und lernschwache Jugendliche aus Berlin eine gastgewerbliche Erstausbildung als Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau oder Fachkraft im Gastgewerbe erhalten. Aber nur hier in dem modernen Wohngebiets- und Betriebsrestaurant Cantina durchlaufen 80 Lehrlinge (6 Gruppen) eine EU-Ausbildung, eben weil die genannte Arbeitsagentur das Projekt angeschoben hat und dicht am Ort des Geschehens sein will.

Hohe Motivation ist erste Grundvoraussetzung
Wie die Leiterin der Cantina, Andrea Mohoric, Diplom-Politologin mit dem Schwerpunkt Europa, sagt, wird grundsätzlich nach dem Freiwilligkeitsprinzip verfahren. Der/die Auszubildende muss die Bereitschaft zur Mobilität und eine entsprechende Motivation mitbringen, ferner Englisch-Grundkenntnisse sowie Gastronomieerfahrung beziehungsweise Berufsinteresse.

Nach einem Berufsberatungslehrgang mit Assessment fallen die Würfel, wer tatsächlich geeignet ist. Immerhin bedeutet das gegenüber den „normalen“ Azubis (zurzeit 10 von 90), dass sie einen begleitenden Englischkurs sowie „handlungsorientierte Projektarbeit zur Entwicklung interkultureller Kompetenzen“ zusätzlich bewältigen müssen. Die Stunde der Bewährung kommt, wenn die Auslandspraktika (bis zu drei achtwöchige während der Lehrzeit) angetreten werden. Italien, England, Belgien, Frankreich sind die Länder, mit denen Partnerbeziehungen bestehen. Gearbeitet wird in dem entsprechenden Lehrberuf in unterschiedlichen gastronomischen Einrichtungen. In den ersten 14 Tagen begleitet ein Ausbilder die Auslandspraktikanten, um sie erst einmal Fuß fassen zu lassen. Danach müssen sie alleine zurechtkommen, jedoch auch wieder nicht unvorbereitet, denn ein so genanntes Überlebenstraining macht die jungen Leute für die Fremde fit. Dort aber sind sie Ausländer und spüren am eigenen Leib, wie man mit Ausländern umgeht, welche Vorurteile auch gegenüber Deutschen bestehen.

Wer die Zeit emsig nutzt, kann sich nicht nur in der internationalen Sprache Englisch vervollkommnen, sondern sich auch auf die französische Küche spezialisieren sowie die original italienische Küche und die südeuropäische Lebensart vor Ort, konkret in Umbrien und/oder an der Adriaküste, studieren. Mit Überstunden muss gerechnet werden, Krankschreibung wegen Schnupfen oder Ähnlichem gilt nicht. Die Auslandpraktika sind daher keine Erholungsurlaube, weiß die 42-jährige Mohoric, die das Konzept für dieses Europaprojekt geschrieben hat. Finanziert wird das Ganze zu zwei Dritteln aus dem EU-Topf Leonardo Da Vinci, der Rest stammt aus Eigenmitteln. Seit 2001 läuft die Europa-Ausbildung und ist vorläufig bis 2007 befristet. Fakt ist, dass sich die Berufschancen der Azubis wesentlich erhöhen, verfügen sie doch bei erfolgreichem Abschluss über wichtige Arbeits- und Lebenserfahrungen in Europa, sind daher auf dem europäischen Arbeitsmarkt vermittelbar. Mit dem Europass Berufsbildung sowie einem Zertifikat Englisch-Zusatzprüfung haben sie etwas erworben, was noch Seltenheitswert hat.

Berufliche Chancen erhöhen sich erheblich
Aus ehemals Benachteiligten werden, wenn das Konzept aufgeht, Bevorteilte. Andrea Mohoric verschweigt nicht, dass man es mit Problemfällen zu tun habe. Bisher gab es zwei Versager, das heißt solche Jugendliche, die das Auslandspraktikum nicht packten. Im Sommer 2005 haben aber erst die Ersten Ausgelernt. Endgültige Erfahrungen liegen daher noch nicht vor. Immerhin beschäftigt sich auch die Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft du Psychologe, mit dem Projekt Berufsausbildung Eurogastronom. Dort hat man mit Hilfe von anonymen Befragungen herausgefunden, dass das Selbstvertrauen sowie die Kontaktfreudigkeit der Euopa-Azubis wachsen und sich die Gedankenwelt hinsichtlich der Ausländerproblematik verändert, um nur einige Persönlichkeitseigenschaften zu nennen.

Dass das Projekt insgesamt bisher einen guten Verlauf nimmt, ist der Tatsache geschuldet, dass die Kooperationspartner, als da sind Agentur für Arbeit Berlin Ost, IHK Berlin, Oberstufenzentrum (Berufsschule) Gastgewerbe Berlin, Auslandsbetriebe sowie EU-Förderer, alle an einem Strang ziehen.

Am 22. November wurde das Modellprojekt im Restaurant Cantina maßgeblichen Verantwortlichen für die Berufsausbildung vorgestellt, um nicht zuletzt die Finanzierung nicht auslaufen zu lassen, nachdem sie von Jahr zu Jahr seitens des Senats spärlicher wurde. Und das, obwohl immer wieder eine größere Mobilität der Arbeitskräfte gefordert wird!

(ALLGEMEINE HOTEL- UND GASTSTÄTTENZEITUNG, 11.12 2004)



9.8.2004: kiezküche gehen mit Eröffnung der Stadionterrassen in die 8. Runde
Die langersehnte Neueröffnung des Restaurants an den Stadionterrassen ist in greifbare Nähe gerückt: Bei hoffentlich sommerlichem Wetter wird ab dem 9. August 2004 an den weit aufgespannten Sonnenschirmen an der Jesse-Owens-Allee in Charlottenburg und auf der Ost-Terrasse für alle weithin erkennbar sein, dass an dieser Stelle ab sofort eine gastronomische Oase zum Verweilen und Genießen einlädt. Neuer Pächter der Stadionterrassen ist die gemeinnützige kiezküchen ausbildungs-gmbh, eine Tochtergesellschaft des unternehmensverbundes bildungsmarkt.

Bei den kiezküchen gehen seit fünfzehn Jahren hochwertige gastronomische Dienstleistungen Hand in Hand mit der Qualifizierung junger Menschen. In den mittlerweile acht Ausbildungsbetrieben der kiezküchen können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Berufe Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Fachkraft im Gastgewerbe und Bäcker/-in erlernen. Auch in der jüngsten kiezküche in den Stadionterrassen werden die Gäste jedoch keinen Unterschied zu anderen Restaurants erkennen können, denn natürlich hat für Küche und Service das Wohl des Gastes auch schon in der Ausbildung höchste Priorität.

Ab 9. August 2004 freuen sich die Auszubildenden dieser achten kiezküche auf alle Mitglieder, Mitarbeiter und Gäste des Landessportbundes und auf alle Sportbegeisterten, die sich von ihnen mit einem leckeren und ausgewählten Angebot verwöhnen lassen wollen. Die Stadionterrassen laden mit 100 Plätzen im Innenbereich und 250 Terrassenplätzen montags bis freitags von 8 – 15 Uhr zu Frühstück und Mittagessen oder einem kleinen Snack zwischendurch ein. Nach bewährter kiezküchen-Tradition bieten wir eine täglich wechselnde Karte mit Crossover-Küche. Die Öffnungszeiten können auf Anfrage problemlos ausgedehnt werden.

Daneben bieten die Stadionterrassen mit ihren insgesamt 350 Sitzplätzen jederzeit einen wunderbaren Rahmen für Veranstaltungen aller Art – die Auszubildenden des Catering Service freuen sich darauf, Ihre Feste, Feiern und Sitzungen mit viel Kreativität und kulinarischem Know-how auszurichten. Schon jetzt hat sich der Hockey-Verband für seine Verbandssitzungen vormerken lassen. Mit ihrem sportlichen Ambiente und ihrer Lage direkt vor den Toren des Olympiastadions drängen sich die Stadionterrassen als Treffpunkt für Sitzungen und Weihnachtsfeiern von Sportvereinen und –verbänden natürlich geradezu auf. Aber auch alle anderen Veranstaltungen finden hier den geeigneten Rahmen.

Die kulinarische Versorgung von Familien- und Betriebsfeiern sowie Veranstaltungen aller Art gehört zum Basisgeschäft der Auszubildenden. Mit Begeisterung sind die angehenden Köchinnen, Köche und Servicekräfte dabei, wenn es gilt, z.B. die Gäste der VIP-Lounge des EHC-Eisbären Berlin zu verköstigen. Weitere „Catering-Highlights“ der letzten Zeit waren das Festival des Sports Anfang Juni im Sport- und Fitnesszentrum Siemensstadt und das Hockey-Nationalspiel Deutschland-Pakistan eine Woche später, wo die kiezküchen-Auszubildenden neben internationalen auch echt pakistanische Leckerbissen für die Besucher bereit hielten.

Die kiezküchen betreiben u.a. auch das Restaurant break auf dem Gelände ihrer Schwestergesellschaft spok. Das spok ist ein Sport-und Freizeitzentrum in Pankow. Neben Anlagen für Tennis, Badminton, Beachvolleyball sowie einem großen Fitness-Studio verfügt das spok auch über eine Saunalandschaft mit Garten.

Für uns als Partner des Landessportbundes bedeutet die Eröffnung einer kiezküche direkt im denkmalgeschützten Olympiastadion eine große Ehre und eine neue Herausforderung. Es dürfte jedoch kein Zweifel darüber bestehen, dass die Gäste der neuen Stadionterrassen von den kiezküchen-Auszubildenden bestens versorgt werden.

(SPORT IN BERLIN, Monatszeitschrift des Landessportbundes Berlin, Nr 7/8 2004)



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